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"Reise in´s Land der Mitte"

Hier finden Sie den vollständigen Reisebericht aus dem Amtsblatt 07/2016:

Reisebericht
 

Artikel von Klaus Heinrich und Gerd Ulrich aus dem Amtsblatt 03/2016


Die Reblauslüge der Sachsen

In Vorbereitung einer Weinbausonderausstellung des Stadtmuseums Meißen hat Herr Ulrich 1995 alle Reblausakten des Königreiches Sachsen durchgesehen und sämtliche Reblausherde aufgelistet. Im Gebiet des heutigen Radebeul, wo der fiskalische Weinbau konzentriert war, hatte der Reblausbefall seinen Ursprung, weil hier verseuchte wurzelechte Reben aus westlichen Anbaugebieten zur Qualitätsverbesserung gepflanzt wurden. Es mussten deshalb ab 1887 ca. 40 ha gerodet werden. Insgesamt fielen sachsenweit ca. 50 ha der Reblaus zum Opfer. 1839 hatte Sachsen aber noch ca. 1700 ha Weinberge! Ich habe gleichzeitig alle verfügbaren Flurbücher nach Rebflächen durchsucht und eine Statistik über den Rebflächenrückgang in Sachsen im 19. Jahrhundert erarbeitet. Zwischen 1812 und 1839 gingen in Gröbern bereits etwa 10 ha Weinberge verloren, weil vor unserem Ort die Leipziger Bahn gebaut wurde und die Arbeitskräfte den Bauern wegen des höheren Lohnes davon liefen. Vor der industriellen Revolution erbrachte der Wein je ha einen größeren Erlös als andere Feldfrüchte und der Arbeitsaufwand spielte bei damaligen Löhnen keine große Rolle. Zudem gab es in Sachsen für den gemeinen Mann keinen anderen Wein als den sächsischen Bauernwein. Mit der Eisenbahn als Bestandteil der Industrialisierung änderte sich das sehr schnell. Sachsen war nicht nur beim Eisenbahnverkehr, sondern auch bei der Industrieproduktion sehr weit vorn. Arbeitskräfte wanderten zuhauf in die Industriestädte, deren Wachstum ständig zunahm. In den Orten des heutigen Radebeul lebten 1800 nur 3000 Menschen, um 1900 waren es schon über 18 000! Für diese Leute mussten Wohnungen gebaut werden und die Ansprüche stiegen, besonders bei der entstandenen Mittelschicht. Der minderwertige Sachsenwein wurde ausgehackt und das Land als Bauland teuer verkauft. Die schönsten Wohnlagen im Elbtal zwischen Pirna und Riesa waren einst Weinberge mit ihrer sonnigen Lage. Neben der Rückständigkeit des bäuerlichen Weinbaues, wo im gemischten Satz frühe und späte Sorten durcheinander standen und zumeist gemeinsam gekeltert wurden sowie den Verzicht auf Mostverbesserung durch Aufzuckern hatte auch das damals wesentlich kältere Klima einen Einfluss auf die geringe Weinqualität. Heute kann man gute sächsische Weine kaufen, über deren Preis andere Winzer glücklich wären. Strenge Ertragsbegrenzung, fortschrittliche Technologie wie große Standweite, gebietstypische Sortenwahl und die geringe Gesamtmenge sowie das heute wesentlich wärmere Klima machen es möglich. Neben der Industrie, die den Bauern die billigen Arbeitskräfte wegnahm, brachte die Eisenbahn für die Landwirtschaft neue Erwerbsmöglichkeiten durch eine völlig neue Transporttechnologie. So war es möglich, Verderb gefährdete Erzeugnisse wie Erdbeeren, Kirschen, Spargel oder Zierpflanzen auf entfernte Märkte zu befördern, was zu einer Umstellung der Produktion führte. Neben dem Zierpflanzenbau wurden Obst- und Gemüsebau zu wichtigen Zweigen der Agrarproduktion im Elbtal. Als 1887 die Reblaus auch Sachsen erreichte, hatte der Rebflächenrückgang seinen Höhepunkt bereits überschritten, als biologisches Vehikel für den Niedergang des sächsischen Weinbaues war sie sowohl für den sächsischen Staat, wie auch für viele Bauern immer gut zu gebrauchen. Die Bauern haben keine verseuchten Reben gekauft, sondern fehlende Stöcke durch Senken ersetzt, nur im Umfeld verseuchter Weinberge hat hier die Reblaus Schäden verursacht, so beispielsweise in Niederau, Oberau und Gohlis durch den Oberauer Schlossweinberg.

Im ehemaligen Winzerdorf Weinböhla ging die Ertragsrebfläche von 1869 bis 1883 von 153 ha auf 65 ha und bis 1900 auf spärliche 15 ha zurück. Aus dem einstigen armen Winzerdorf entstand einer der schönsten Vororte von Dresden mit einer wald- und wasserreichen Umgebung, der durch mehrere Bahnlinien und die Straßenbahn bequem von Dresden aus erreichbar ist.

Die Reblaus hatte daran ebenso wenig Anteil, wie in Meißen Spaar, dessen Rebfläche ebenfalls größtenteils der Wohnbebauung zum Opfer fiel. Die Hauptursache für den Verfall des sächsischen Weinbaues war neben seiner Rückständigkeit die Industrialisierung und die Eisenbahn als deren wesentlicher Bestandteil. Die Einteilung der sächsischen Weinbaugeschichte in eine Zeit vor und nach der Reblaus ist irreführend!

Klaus Heinrich und Gerd Ulrich

01.03.2016


Fahrbahnerneuerung in Schieritz und Zehren

Pressemitteilung vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr

Die Fahrbahn der S 32 wird in Schieritz erneuert. Die Bauarbeiten beginnen am 29.02.2016, 07:00 Uhr. Die Baumaßnahme wird voraussichtlich am 30. Juni 2016 abgeschlossen. Die Baumaßnahme erfolgt unter Vollsperrung. Die Umleitung ist über Staatsstraße 32 – Gemeindeverbindung Ickowitz – Obermuschütz Bundesstraße 6 – Staatsstraße 32 Zehren in beide Richtungen ausgeschildert.

Meißen, 23.02.2016