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Über der Ortsmitte von Zehren erhebt sich die 240-jährige St. Michaeliskirche Zehren. Sie ist das Wahrzeichen des Ortes. Ihre Entstehungsgeschichte ist mit ebenso wechselvollen Ereignissen verbunden wie sie der Ort selbst durchlebte.

Zehren fand erstmals Erwähnung durch die Benennung eines "Castellum Cirin", dem heutigen Burgberg Zehren, im Jahre 1003 durch Bischof Thietmar von Merseburg. Die Besiedlung des Gebietes erfolgte jedoch schon zu vorchristlicher Zeit. Zahlreiche Funde weisen darauf hin. Die Besiedlung des Gebietes durch das slawische Volk der Sorben brachte dem Ort den Namen Cirin (altsorbisch: felsiger Ort). 


Das ländliche Gepräge um das 1000-jährige Zehren ist traditionell durch die Landwirtschaft gegeben. Das Klima des Elbtals und der Auen des Ketzerbaches sowie die fruchtbaren Lößböden und der Auelehm begünstigten die frühzeitige Besiedlung dieses Raumes. Er bietet für den Ackerbau die besten Vorraussetzungen. Auf den fruchtbaren Lößboden um Zehren wird heute eine Fläche von rund 2100 ha landwirtschaftlich bewirtschaftet. Sie gehört zur "Kornkammer Sachsens", der Lommatzscher Pflege - dem Gebiet, in dem über einen langen Zeitraum die Getreidepreise für Sachsen verhandelt und weite Teile Sachsens mit Korn versorgt wurden.
Darauf basiert auch die weitere Entwicklung des Ortes. Durch die Zunahme von Handel und Verkehr weitete sich das Siedlungsgebiet um Zehren aus - an Kreuzungswegen entstanden neue Siedlungen.

Durch Zehren führt heute die Bundesstraße B6, für die zu damaliger Zeit der in der Ortsmitte befindliche Felsen gesprengt werden musste. Wie der Volksmund sagt, wurde diese Straße als Heerstraße durch Napoleon angelegt. Der Felsen erhielt dadurch seinen Namen - "Napoleonfelsen".
Seit 1792 als damalige Poststraße Dresden - Leipzig errang die Straße mit der Verstärkung des Fernhandels eine große Bedeutung. Viele Händler und Kaufleute führte es so durch Zehren. Die Zunahme des Fuhrwerksverkehrs verlangte den Ausbau der Gasthöfe und Ausspannen unmittelbar an der Straße. Zeitzeugen dieser langjährigen Tradition sind bis heute die Gaststätten "Güldene Aue" in Keilbusch, der "Gasthof Zehren" und der "Herr Gevatter" in Wölkisch.
Große Drei- und Vierseitgehöfte, die im Fachwerkstil erbaut wurden, verweisen noch heute auf das bäuerliche Leben in und um Zehren. Die Erhaltung dieser historischen Bausubstanz unter denkmalschützerischen Gesichtspunkten, steht daher im Vordergrund.


Ein weiterer Grund für eine verstärkte Besiedlung um Zehren war das heutige Schloss Schieritz. Es wurde als ehemaliges Rittergut um 1556 erbaut und weist noch heute mit der damalig zum Schloss gehörigen Mühle Schieritz den Weg durch das Ketzerbachtal.

Neben der Landwirtschaft bot Zehren später auch in der Industrie für viele Menschen Arbeit. Zur Zeit der DDR wurden in Zehren Kachelöfen (Ofenfabrik) und Möbel (Raumkunst) hergestellt und Schiffe (Schiffswerft) repariert. Bis heute besitzt der Ort für die regionale Wirtschaft durch den Abbau von Kaolin im Kaolinwerk im Ortsteil Seilitz eine große Bedeutung. Das Kaolin dient in der "Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen" zur Herstellung des weltberühmten "Meissener Porzellans". Jährlich zieht das "Meissener Porzellan" Tausende von Touristen in diese Region.
 


Lesen Sie dazu auch:

  • Chronik des 1000-jährigen Zehren: Anlässlich der 1000-Jahr-Feier von Zehren im Mai 2003 wurde eine Chronik erstellt. Darin finden Sie weitere Informationen zur Ortsgeschichte des 1000-jährigen Zehren. Desweiteren wurde eine Plakette aus Meißner Porzellan angefertigt.
  • "Die Lommatzscher Pflege von A bis Z": In dieser Broschüre erfahren Sie alles Wissenswerte rund um die Region der Lommatscher Pflege. Sie gibt einen Überblick über die Gemeinden und informiert zur Geschichte, Kultur und Freizeit.

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Chronik und Plakette
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